Nirgendwo auf der Welt...

...ist das menschliche Bewusstsein so präzise beschrieben wie in den historischen Quellentexten des Yoga. Das Alte Testament liefert uns im Buch Kohelet wunderschöne Passagen, die uns helfen, unser Leben im Zusammenhang  zu verstehen. Das I-Ging, das Buch der Wandlungen erklärt uns die Welt in Ihrer Veränderbarkeit und ihren Bewegungen. Wir können all diese Texte wegen ihrer Weisheit lieben. Der Yoga hingegen gibt uns einen systematischen Leitfaden, mit dem wir unser Leben aus einer veränderten Perspektive heraus gestalten können. Seine vielfältigen Methoden schenken uns die Möglichkeit, in Verbundenheit zu wachsen und in einen Zustand der Sammlung zu kommen.

 

Mentale Stärke & Stressmanagement

Ziel des Yoga ist immer die Ruhe im Mentalen. Eine regelmäßige Praxis kann jedoch weitere positive Effekte erzielen. Die konzentrationsschulende Wirkung kann unsere Selbstwahrnehmung schärfen. Somit werden wir aufgeschlossener und entwickeln eine höhere Selbststeuerungskompetenz. Hierdurch kann eine angemessene Stressbewältigung greifen und zudem präventiv wirken. Langfristig ist festzustellen, dass uns der Yoga weg von einem hektischen und an äußeren Zwängen gebundenen Zustand führen kann und dadurch eine stressreduzierende Wirkung hat. Denn zu viel negativer Stress ist gesundheitsgefährdend und belastend. Der Yoga kennt eine Fülle an Techniken, die Stress minimieren und uns in eine wache und zentrierte Haltung führen können. Das wird angesichts zunehmender Anforderungen im Berufsleben wichtiger als bisher.  Yoga ist eine jahrtausendalte Disziplin, die regelmäßig angewandt, zeitlos und erfolgreich ist.

 

Körperliche Kraft & Stabilität 

Durch ausgleichende Muskelfunktionswirkungen (Druck und Zug) erlangen wir Stabilität und verbessern unsere Beweglichkeit. Yoga ist seit jeher ein achtsamer Weg, der in unsere Mitte führen kann und heute ein fester Bestandteil der Gesundheitsszene.

 

 Üben & Loslassen

Eine regelmäßige Praxis kann unser Körperempfinden verbessern und so zu einer freundlicheren Haltung beitragen. Hieraus kann unsere Einsicht in die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Atem wachsen. Unter Umständen können wir unser Handeln aus einer abstrakteren Perspektive betrachten.

Diese Distanz kann uns helfen, negative Gewohnheiten abzulegen.

 

 Mühelosigkeit & Weite

 Reduzieren wir uns in den Asanas auf eine Position und konzentrieren uns, so können wir Körper und Geist festigen. Wir können den Muskeltonus verbessern, die Beweglichkeit erhöhen und die Muskulatur stärken. Die Dehnungen und das längere Halten können unseren Spielraum erweitern. Wir werden vielleicht biegsamer und gelenkiger. Auch der für uns so wichtige Gleichgewichtssinn, der die Orientierung im Raum ermöglicht, kann von einer regelmäßigen Praxis profitieren.

 

Beobachten und lenken wir unseren Atem, mit dem Ziel, ihn lang und fein zu machen, ist ein weiterer Schritt getan. Durch Betonung der Ein- und Ausatmung steuern wir unsere Atmungsimpulse. Mit fortschreitender Praxis üben wir Pranayama (Atemregulierung) mit Atemanhalten und wirken so positiv auf unser Nervensystem. Muskuläre Verschlüsse (Mudras und Bandhas) können uns unterstützen, die inneren Organe zu kräftigen und ihre Durchblutung anzuregen.

 

Stille & Wiederkehr

 Schließlich führt uns die Meditation in die Stille und tendenziell in die Gedankenruhe. In dieser Klarheit können wir erkennen, wer wir sind und wer wir schon immer waren.

 Der Yoga ist eine Erfahrungswissenschaft und kein Wundermittel. Er kann nur durch sich selber erprobt und erlebt werden. Über alledem gibt es Zusammenhänge, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen - so Hermann Hesse - wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.

Denn so Hesse: "Man muss an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, vor denen es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt."

 

Das Wort Yoga ist abgeleitet von der Sanskritwurzel yuj, was verbinden, vereinigen, anjochen bedeutet, also die Aufmerksamkeit sammeln und richten, um sie für die Meditation nutzbar zu machen. Yoga ist demnach die Kunst, einen fahrigen und zerstreuten Geist zur Sammlung und Einkehr zu bringen. Er ist die Verbindung der Menschenseele mit der Gottheit."

B.K.S. Iyengar


 

"Yoga ist ein auf Achtsamkeit basierender Weg der Integration. Hierbei werden fünf Dimensionen integriert: Körper, Geist, Gefühle, Sozialleben und spirituelle Ausrichtung." 

 Dr. Manmath Garothe